Wildbienenhotel & Seedballs
Stiftung Lebensart | Biodiversität | Inklusive Produktion
Projektkontext & Ziel
Das Wildbienenhotel und die ergänzenden Seedballs entstanden während meiner Tätigkeit als Produktdesigner bei der Stiftung Lebensart. Ziel war es, das Sortiment der Gärtnerei um ein naturnahes und nachhaltiges Produkt zu erweitern, das einen Beitrag zum Schutz einheimischer Wildbienen leistet.
Neben der ökologischen Wirkung stand auch die inklusive Herstellung im Fokus. Konstruktion, Materialwahl und Arbeitsschritte entwickelte ich so, dass das Produkt in den Werkbetrieben der Stiftung gemeinsam mit Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung umgesetzt werden kann.
Durch die Kombination aus Wildbienenhotel und Seedballs entstand ein ganzheitliches Set, das Lebensraum schafft und gleichzeitig eine passende Nahrungsquelle ergänzt.


Formfindung
Bei der Recherche zeigte sich, dass viele Wildbienenhotels der klassischen Häuschenform folgen. Für dieses Projekt sollte jedoch eine eigenständigere und naturnähere Formensprache entstehen.
Ausgangspunkt waren einfache, stabile Grundformen, die gut herstellbar und modular erweiterbar sind. Gleichzeitig musste die Konstruktion so aufgebaut sein, dass einzelne Arbeitsschritte nachvollziehbar und wiederholbar von Menschen mit Beeinträchtigung umgesetzt werden können.
Die Wabenform wurde als Grundstruktur weiterverfolgt, da sie Stabilität, Modularität und einen klaren Bezug zur Welt der Bienen verbindet. Obwohl sie eher mit Honigbienen assoziiert wird, bot sie für das Produkt eine funktionale und gestalterisch starke Lösung.
Umsetzung & Produktion
Bei der Umsetzung lag der Fokus auf einer klaren, machbaren und inklusiven Produktion. Lehren und Schablonen unterstützen eine präzise Fertigung und ermöglichen selbstständiges Arbeiten mit wenig Unterstützung. In enger Zusammenarbeit mit der Produktion wurden Details laufend überprüft und angepasst.

Problem: Druck auf den Holzrahmen

Lösung: Verstärkung durch Holzkeile

Herstellung: Symmetrische Lochmuster als Arbeitshilfe

Transportschutz
Für den Transport wurde eine Sicherung mit Sichtfenster entwickelt, damit die Bambusröhrchen nicht herausfallen und der Inhalt dennoch sichtbar bleibt. Auf schädlichen Leim zur Befestigung der Röhrchen wurde bewusst verzichtet. Stattdessen verkeilen sich die Bambusröhrchen durch ihre natürliche Materialeigenschaft und die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit im Inneren.
Die Schrauben der Transportsicherung übernehmen eine zusätzliche Funktion: Sie dienen später auch zur Montage des Wildbienenhotels. So wird der Transportschutz nicht nur als Verpackung, sondern als funktionaler Bestandteil des Produkts gedacht.

Seedballs
Ergänzend zum Wildbienenhotel wurden Seedballs entwickelt, die den Wildbienen eine passende Nahrungsquelle bieten. Die Samenmischung ist gezielt auf die Bedürfnisse bedrohter Wildbienenarten abgestimmt und unterstützt die Biodiversität im direkten Umfeld.
Verpackt in einem Säckchen aus Bio-Baumwolle, runden die Seedballs das Set sinnvoll ab und verbinden Nisthilfe und Nahrungsangebot zu einem ganzheitlichen Produkt.

Ergebnis
Das Ergebnis ist ein durchdachtes Produktkonzept, das funktionales Design, ökologische Verantwortung und inklusive Produktion miteinander verbindet. Das Wildbienenhotel bietet einheimischen Wildbienen geeignete Nistmöglichkeiten, während die Seedballs zusätzlich zur Förderung der Biodiversität beitragen.
Durch die reduzierte Gestaltung, den Einsatz natürlicher Materialien und die machbare Herstellung in den Werkbetrieben der Stiftung Lebensart entsteht ein Produkt, das sowohl gestalterisch als auch gesellschaftlich überzeugt.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die Machbarkeit der Produktion durch Mitarbeitende mit Beeinträchtigung. Die Konstruktion, die Materialwahl und die einzelnen Arbeitsschritte wurden so gedacht, dass sie eine inklusive Herstellung ermöglichen.


